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Die Teilhabe von Menschen mit schweren Behinderungen im Blick

Text zum Bild: Bild v.li: Eggenfeldens Stadtparrer Egon Dirscherl, Hans Horn (Geschäftsführer der KJF Werkstätten gemeinnützige GmbH), stellvertr. Vorstandsvorsitzende von KIND IN NOT Ingrid Prinz, Vorstandsmitglied KIND IN NOT Dr. Franz Lichtenegger (Bezirksrat a.D.), Vorsitzender der KJF Domkapitular Dr. Roland Batz, Vorstandsmitglied KIND IN NOT und Bürgermeister v. Massing Josef Auer, KJF-Direktor Michael Eibl, Vorstandsmitglied KIND IN NOT und Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Josef Borchi, Landrat Michael Fahmüller, Einrichtungsleiter Alfred Miller, Architekt Fritz Kessel, Bürgermeister Wolfgang Grubwinkler, Verwaltungsratsmitglied KJF Prof. Dr. Josef Eckstein, Marlene Scharf (Bezirk Niederbayern)

Der Vorsitzende der KJF, Domkapitular Dr. Roland Batz, segnete den Erweiterungsbau der Förderstätte der KJF Werkstätten Eggenfelden.

Das Ergebnis gefällt sehr: Es bietet viel Raum für Aktivität und Entspannung, ist modern und zweckmäßig gebaut, überdies hochwertig ausgestattet. Das Wesen der Förderstätte jedoch ist das eines Ortes für die Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit schweren Behinderungen. Domkapitular Dr. Roland Batz, Vorsitzender der KJF, segnete die neue Förderstätte der KJF Werkstätten gemeinnützige GmbH in Eggenfelden. „Wir feiern heute, weil wir danken möchten", so Domkapitular Dr. Roland Batz, „danken, dass hier Menschen Arbeit finden." Dass die Förderstätte am Gedenktag des Heiligen Nikolaus gesegnet werde, sei ein guter Anlass über diesen Mann nachzudenken, forderte Batz die Gäste auf. Die Botschaft ermutige zum Miteinander.

Domkapitular Dr. Batz zelebrierte die Segensfeier in einem feierlichen Rahmen, musikalisch begleitet von den Gitarrenklängen Georg Deisenrieders, Pastoralreferent in der KJF, und unterstützt von Christine Bachmaier. Sie las die Geschichte von den drei goldenen Äpfeln vor, der bekannten Legende über den Bischof von Myra. Anschließend segnete Domkapitular Dr. Roland Batz die Kreuze und die Räume der neuen Förderstätte, in denen die Kreuze ihren Platz finden werden. Sie entstanden in der Zusammenarbeit des Künstlers und Bildhauers Joseph Michael Neustifter mit den Schreinern aus den Eggenfeldener Werkstätten. Einrichtungsleiter Alfred Miller freut sich sehr darüber. Bei der Segnungsfeier bedankte er sich bei allen Förderern und Unterstützern, der Organisatorin der Feier Martina Fürst und dem Kammerchor des Gymnasiums Eggenfelden – insbesondere bei Chorleiter Korbinian Angerer und Schulleiter Markus Enghofer – der die neue Förderstätte mit viel Musikalität und Wärme erfüllte.

Landrat Michael Fahmüller und Bürgermeister Wolfgang Grubwinkler stellten in ihren Grußworten heraus, wie wertvoll und wichtig die Katholische Jugendfürsorge (KJF) und die KJF Werkstätten gemeinnützige GmbH, eine 100%ige Tochtergesellschaft der KJF, für die Region sind. „Die KJF macht bei uns im Landkreis so viel Gutes. Besonders die wertschätzende Art, die sie Menschen mit Behinderung entgegenbringt, möchte ich erwähnen", sagte Landrat Fahmüller. Es sei wichtig, ihnen Arbeit und Bildung zu geben, ihnen zu zeigen, sie werden gebraucht. Auch Bürgermeister Grubwinkler dankte der KJF. Die Wertehaltung der KJF habe ihn überzeugt. „Es geht hier nicht nur um ein Bauvorhaben, sondern darum, dass Menschen mit Behinderung hier bei uns mitten in der Stadt eine Heimat und Arbeit finden." Dieses Anliegen und diese Haltung teilen in Eggenfelden die vielen ehrenamtlich Engagierten der Aktionsgemeinschaft „KIND IN NOT", Gebietskörperschaft der KJF. Aus dem Vorstand von KIND IN NOT feierten mit: Geschäftsführerin Gerlinde Fechtner, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Ingrid Prinz, Josef Borchi, Massinges Bürgermeister Josef Auer, und Dr. Franz Lichtenegger, Bezirksrat a.D.

Arbeit und soziale Teilhabe für Menschen mit schweren Behinderungen
„Wir zeigen mit der Erweiterung unserer Förderstätte einmal mehr, wie wichtig uns die Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit einer sehr schweren Behinderung sind. Die KJF Werkstätten schaffen viele Arbeitsplätze und leisten auch hier hervorragende Arbeit!", stellte der Direktor der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) Michael Eibl bei den Segensfeierlichkeiten heraus. Die KJF ist Alleingesellschafterin der KJF Werkstätten gemeinnützige GmbH. Gemeinsam setzen sich Verein und GmbH für eine inklusive Gesellschaft ein – in den Werkstätten geht es um Arbeit und soziale Teilhabe.
Der Geschäftsführer der KJF Werkstätten Hans Horn hatte die Familien im Blick, in denen ein Familienmitglied wegen einer schweren und mehrfachen Behinderung die besonderen Rahmenbedingungen der Förderstätte braucht, um am Arbeitsleben überhaupt teilnehmen zu können. „Ihnen allen kommt diese Maßnahme zugute. Und ohne die Hilfe vieler Unterstützer vor Ort und die Förderung durch Freistaat, Bezirk und Aktion Mensch hätten wir diese dringend notwendige Erweiterung der Förderstätte in Eggenfelden nicht zu einem erfolgreichen Ende bringen können", bedankte er sich bei den Fördergebern.

Das Besondere der Förderstätte
Die Förderstätte ist eine Einrichtung zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und der Vorbereitung auf eine berufliche Rehabilitation. Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Förderstätte sollen sich bestmöglich entfalten und entwickeln können –darauf sind Betreuung und Förderung ausgerichtet. Das und die Teilhabe am gesellschaftlichen Gut Arbeit sind eine gute Basis für das Leben in der Gemeinschaft und ein weitgehend selbstbestimmtes Leben. Erwachsene Menschen mit Behinderung, die einen besonderen Förder- und Unterstützungsbedarf haben und die Aufnahmekriterien der Werkstätte nicht, bzw. noch nicht erfüllen, finden hier die besten Rahmenbedingungen für eine gelingende Teilhabe.

Bedarfsgerecht gebaut – eine Erweiterung mit Perspektive
Mit einem Rückblick in das Jahr 2013 begann Einrichtungsleiter Alfred Miller seine Rede. Perspektiven standen dabei zunächst im Mittelpunkt, den diese brauchten damals Schülerinnen und Schüler mit besonders hohem Förderbedarf in der Sankt Rupert Schule in Eggenfelden. Die Frage, wie es nach der Schule weitergehen sollte, war drängend, die Förderstätte der St. Rupert Werkstätten voll belegt und ebenso der Arbeitsbereich unter Förderstättenbedingungen. Dies war Anlass genug, um für eine Platzzahlerweiterung Konzepte zu erarbeiten. Dank der wertvollen Unterstützung von Regierung und Bezirk, begann im Jahr 2017 der Bau der Förderstätte. Nach einer Bauzeit von nur 12 Monaten steht das Gebäude, das Erweiterungsprojekt ist planmäßig verlaufen, Termine konnten weitgehend eingehalten werden, ebenso die veranschlagten Kosten.
Nun stehen seit Juli 2018 18 weitere Plätze in zwei Gruppen zur Verfügung. Die seit 1993 bestehende Förderstätte mit 20 Plätzen ist gewachsen. Der Neubau umfasst 670 qm nördlich des Werks 2 der Werkstätte auf einem 2.681 qm großen Grundstück. Darin: 2 Gruppenräume mit Nebenraum, spezielle Sanitärbereiche und 3 verschiedene Therapiebereiche, ein großes Foyer und ein großzügiges Außengelände. Einrichtungsleiter Alfred Miller gefallen die klaren Strukturen und Formen wie auch die großen, hohen und lichtdurchfluteten Räume. Er bedankte sich bei Architekt Fritz Kessler für die gelungene Gestaltung und Ausführung. Die Investitionen für den Neubau und das Grundstück belaufen sich auf rd. 2,2 Mio. Euro. 60% der förderfähigen Kosten (1.188.400 Euro) trägt das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, 10% (198.060 Euro) der Bezirk Niederbayern und die Aktion Mensch beteiligte sich mit 110.000 Euro. Insgesamt sind in den Eggenfeldener Werkstätten St. Rupert 311 MitarbeiterInnen mit Behinderung beschäftigt. Der Standort der KJF Werkstätten gGmbH wächst beständig. Allein in diesem Jahr haben zusätzliche 22 MitarbeiterInnen mit Behinderung ihre Arbeit in den Eggenfeldener Werkstätten aufgenommen sowie 12 Fach- und Hilfskräfte. Eine deutliche Steigerung der Produktion ist zu verzeichnen. Von der Vielfalt beruflicher Bildungsangebote und individualisierten Arbeitsplätzen profitieren letztlich die Menschen mit Behinderung. Die Förderstätte ist ebenso ein wichtiger Teil der KJF Werkstätten St. Rupert in Eggenfelden.

Text und Bild: Christine Allgeyer