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Ein Fest, zwei Anlässe oder „Bau trifft BMW“

Modernisierung der Straubinger Werkstätten St. Josef erfolgreich abgeschlossen

Bei laufendem Betrieb haben die KJF Werkstätten in Straubing ihre bisher größte Baumaßnahme erfolgreich abgeschlossen. Ein Kraftakt, den alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geduldig mitgetragen haben. Die Werkstättenleiterin Evi Feldmeier und der Geschäftsführer der KJF Werkstätten gemeinnützige GmbH Hans Horn bedankten sich herzlich dafür. „Wir feiern den gelungenen Abschluss einer außergewöhnlichen und hochkomplexen Baumaßnahme. Dank des hervorragenden Einsatzes aller Beteiligten ist es sogar gelungen, den Zeitplan zu unterschreiten und vor allem voll im gesetzten Kostenrahmen zu bleiben“, stellt Hans Horn heraus.

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Erhebliche Qualitätsverbesserungen

Darüber freut sich Hans Horn besonders: Mit der Baumaßnahme wurden neben den notwendigen Verbesserungen im Brand- und Arbeitsschutz auch erhebliche Qualitätsverbesserungen für die in den Staubinger Werkstätten St. Josef beschäftigten Menschen mit Behinderung erreicht. So kommt ein großer Teil der rd. 5,4 Mio. investierten Euro dort an, wo es die aktuell 440 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit und ohne Behinderung auch direkt spüren. Sie profitieren von deutlich größeren Aufenthaltsbereichen und mehr Barrierefreiheit in allen Gebäudeteilen. Erneuert wurden zudem das Dach und die Sanitärbereiche, der Brandschutz ist auf dem aktuellen Stand, die Bürobereiche wurden neu konzipiert und modernisiert. Nicht sichtbar, aber nicht weniger wichtig ist das neu integrierte Blockheizkraftwerk und ein saniertes Rohr- und Leitungsnetz. Bei dem 1977 erbauten Hauptgebäude bestand deutlicher Modernisierungsbedarf.

„Ein Ort, wo Menschen Arbeit und Menschlichkeit finden.“

Das Fest zum Abschluss der Modernisierung begann mit einem Gottesdienst, den Domkapitular Dr. Roland Batz, Vorsitzender der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg, mit Konzelebrant Dekan Johannes Plank an seiner Seite in der neuen Aula der St. Josef Werkstätte zelebrierte. „Unsere Welt wird immer vernetzter“, stellte Domkapitular Dr. Batz heraus, „wir sprechen beispielsweise von Kommunikations- und Computernetzwerken. Wenn wir ein herkömmliches Netz betrachten, dann sehen wir, je engmaschiger die Fäden verwoben sind, umso mehr bieten sie Halt. Auf unsere Gesellschaft übertragen heißt das, je mehr Menschen miteinander verbunden sind, umso mehr Menschen finden in diesem Beziehungsnetz Halt und Sicherheit. Als Christen sind wir berufen, mitzuhelfen, damit Menschen zueinander finden, damit Menschlichkeit einkehren kann. Insofern gilt es, auf die Würde des Menschen hinzuweisen. Dass dies gelingen kann, zeigt die KJF-Einrichtung St. Josef in Straubing. Hier ist ein Ort, wo Menschen Arbeit und Menschlichkeit finden, wo ein starkes Netzwerk gelebt und gepflegt wird. Dafür darf ich Dank sagen und vor allem danke ich für die 30jährige verlässliche Kooperation mit BMW Dingolfing. Bauen wir gemeinsam weiter an einem starken und tragfähigen Netzwerk, damit keiner verlorengeht, denn unser Gott will, dass wir das Leben haben und es in Fülle haben.“
530 Gäste zählte der inklusive Festakt, am dem durch Videoübertragung in weitere Räume der Werkstätte wirklich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligt waren.

Global Player bestätigt „Null-Fehler-Leistung“

Michael Eibl, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge, der Alleingesellschafterin der KJF Werkstätten, war selbstverständlich bei den Feierlichkeiten dabei und führte durch eine Gesprächsrunde mit Ehrengästen. Vertreten waren dort Martin Lederer, Mitarbeiter in der Abteilung Montage, Thomas Grubb, Gesamtleiter Teiledistribution BMW Group Dingolfing, MdB Alois Rainer, Bezirkstagsvizepräsident Franz Schedlbauer, Oberbürgermeister Markus Pannermayr, Landrat Josef Laumer und MdL Josef Zelllmeier. Thomas Grubb als Vertreter der BMW Group stellte heraus: „Qualität und Flexibilität sind hier die wesentlichen Faktoren. Wir haben mit den Straubinger Werkstätten einen Partner, der uns null Fehler liefert.“ 2016 haben die Mitarbeiter in den Straubinger Werkstätten St. Josef 45 Millionen Ersatzteile für BMW Dingolfing verpackt oder umverpackt.

Dank an Fördergeber und Partner für Unterstützung

Die zuwendungsfähigen Gesamtkosten des Bauprojekts belaufen sich auf 5.438.000 Euro. 5.317.324 Euro entfallen dabei auf die Baukosten und 120.000 Euro auf die Ausstattung. Das ZBFS fördert 65% der Kosten, das sind 3.534.700 Euro, und der Bezirk Niederbayern 5%, das sind 271.900 Euro. Die Bundesagentur für Arbeit gewährt einen kapitalisierten Zinszuschuss in Höhe von 543.800 Euro, was 10% der Kosten entspricht. An Eigenmitteln haben die KJF Werkstätten 1.087.600 Euro aufgebracht. „Baubeginn war im Oktober 2015“, erklärt Evi Feldmeier. „Die Maßnahme war ursprünglich auf vier Jahre angesetzt. Wir haben bereits nach zwei Jahren Bauphase erfolgreich abgeschlossen“, freut sie sich. Der besondere Dank der Einrichtungsleiterin und des Geschäftsführers der KJF Werkstätten Hans Horn gilt allen Kostenträgern, politischen Mandatsträgern und Partnern in der öffentlichen Verwaltung, die das Bauprojekt unterstützt haben.

Modern und beständig

Es fügte sich wunderbar, dass die Modernisierung der Straubinger Werkstätten noch in 2017 ihren Abschluss gefunden hat und so mit einem weiteren besonderen Ereignis zusammenfällt. Es ist die seit 30 Jahren beständige Partnerschaft der KJF Werkstätte in Straubing mit BMW Dingolfing. „Damit Teilhabe am Arbeitsleben für die bei uns beschäftigten Menschen mit Behinderung überhaupt erst möglich werden kann, braucht es gute, anspruchsvolle Aufträge und verlässliche Partner aus der Wirtschaft“, stellte Hans Horn heraus. „Die BMW AG engagiert sich seit 30 Jahren in herausragender Art und Weise“, so Horn weiter, „sie ist seit vielen Jahren wichtigster Auftraggeber der KJF Werkstätten gemeinnützige GmbH. Diese Partnerschaft mit BMW ist außergewöhnlich und nachhaltig – beileibe keine Selbstverständlichkeit in heutigen Zeiten. Dafür möchte ich mich von ganzem Herzen bei allen Verantwortlichen bedanken.“

Mitarbeiter identifizieren sich stark mit Auftraggeber BMW

Die Zusammenarbeit mit BMW Dingolfing wurde im Jahre 1987 von dem bereits verstorbenen damaligen Werkstattleiter Walter Damböck initiiert. Waren es anfangs ca. 15 Mitarbeiter mit Behinderung im Bereich Ersatzteilverpackung, so sind es heute 160 in 12 Gruppen. Allein in den letzten 10 Jahren hat sich das Auftragsvolumen vervierfacht. Zusätzliche Produktionskräfte und die SIGMA Integrationsfirma unterstützen den Auftrag. Von Vorteil für die Beschäftigten in der Werkstätte ist es, dass die in der Ersatzteilverpackung anfallenden Tätigkeiten in kleinteilige Arbeitsschritte zerlegt werden können; Arbeit sowohl für Menschen mit stärkeren Beeinträchtigungen als auch für leistungsstarke Mitarbeiter. „Es handelt sich um sehr abwechslungsreiche Tätigkeiten. Das fördert die Flexibilität der Mitarbeiter, da immer wieder neue Abläufe trainiert werden müssen“, erklärt Evi Feldmeier. Die Verpackungstätigkeiten bieten ein breites Lernfeld im Rahmen der beruflichen Bildung und orientieren sich am Bildungsrahmenplan Lager/Logistik. Evi Feldmeier macht weiter deutlich: „Die Mitarbeiter der Ersatzteilverpackung identifizieren sich sehr stark mit unserem Auftraggeber BMW, der als größter Arbeitgeber der Region auch eine Vielzahl von Angehörigen unserer Mitarbeiter beschäftigt.“



Marco Rehmböck, Leiter Dienstleistungssteuerung bei BMW im Rennen gegen KJF-Direktor Michael Eibl.

Text und Bilder: Christine Allgeyer