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Neues aus dem Standort Regensburg

„Jeder Tag ist anders – das ist spannend!“

Christian Huf (li.) mit Josef Balanowski am Arbeitsplatz

Die St. Johannes Werkstätte Regensburg hat im vergangenen Jahr mit ihrem ersten „Bufdi“ gute Erfahrungen gesammelt. Josef Balanowski ist 18 Jahre alt und absolvierte seinen Bundesfreiwilligendienst 12 Monate lang in der Werkstätte für Menschen mit einer Körperbehinderung.

Manchmal brauchen junge Menschen mehr als ihren Schulabschluss, um eine gute Entscheidung für ihren künftigen Beruf zu treffen. Josef Balanowski brauchte dafür erstmal etwas Zeit und ... Impulse, Erfahrungen und Begegnungen mit Menschen. Die Entscheidung für den Bundesfreiwilligendienst lag nahe, um die Zeit zwischen Schule und Ausbildung sinnvoll zu nutzen. Die Wahl fiel auf die St. Johannes Werkstätte Regensburg.

Einrichtungsleiterin Dr. Eva Haas-Wegner konnte sich auf Anhieb gut vorstellen, dem jungen Mann einen Platz in der Werkstätte anzubieten. Die Bewerbungsunterlagen und ein erstes Gespräch mit ihm ließen keine Zweifel offen. Dazu kam, dass Josef sich die Arbeit in der Werkstätte nach einem Probetag auch sehr gut vorstellen konnte. Somit war es „ausgmacht“ und Josef startete in den Bereichen Hauswirtschaft und Produktion. „In der Produktion habe ich die Menschen mit Behinderung dabei unterstützt, die anstehenden Arbeitsaufgaben zu bewältigen“, erzählt er. Typische Tage, meint Josef weiter, gäbe es nicht. „Jeder Tag war anders. Das hat mir Spaß gemacht und es war spannend.“

In der Begegnung mit den jungen Leuten hat Josef vieles gelernt: Was es bedeutet, mit einem Handicap zurechtkommen zu müssen, welche Hilfsmittel am Arbeitsplatz eingesetzt werden und nicht zuletzt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der St. Johannes Werkstätte ein Umfeld mit Arbeitsinhalten haben, die gut zu ihnen passen. Denn aufgrund ihrer Einschränkungen brauchen sie wechselnde Tätigkeiten, besondere Zurichtungen und begleitende Unterstützung.

Den Tagesablauf in der St. Johannes Werkstätte hat Josef so erlebt: Morgens werden die jungen Leute, die in der Werkstätte arbeiten, von den Bussen abgeholt. In einer Morgenbesprechung hat er erfahren, wen und wo er heute unterstützen muss. „Abhängig vom jeweiligen Unterstützungsbedarf der Menschen mit Behinderung und der Auftragslage hatte ich jeweils andere Aufgaben.“

Alle konnten immer auf seine Hilfe zählen. Das hat Dr. Eva Haas am meisten beeindruckt. Ob Rasen mähen, Plätzchen backen, Möbel lackieren, im Lager aushelfen oder in der Montage mitarbeiten – Josef hat überall mit angepackt. „Eine richtig gute Sache“, freut sich die Einrichtungsleiterin. Sie hat die Bufdi-Stelle bereits wieder neu besetzt. Na klar, wenn es so gut läuft! Besonders empfand sie auch, wie es Josef gelang eine gute Vertrauensbasis zu den Beschäftigten herzustellen.

Informationen zum Bundesfreiwilligendienst in der St. Johannes Werkstätte: Im Bundesfreiwilligendienst (BFD) sind in der Werkstätte in Burgweinting Frauen und Männer willkommen, die sich für den sozialen Bereich und im speziellen für die Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung interessieren. Sie sollten Freude an Begegnungen haben und neugierig darauf sein, welche Möglichkeiten die St. Johannes Werkstätte ihren Beschäftigten bietet.

Der Bundesfreiwilligendienst dauert zwischen mindestens sechs und höchstens 18 Monaten. Freiwillige, die älter als 27 Jahre sind, sollen sich mindestens ein Jahr verpflichten. Engagieren kann sich jeder, der nach dem Schulabschluss eine Orientierungsphase braucht und auf der Suche nach neuen Entfaltungsmöglichkeiten ist. Auch Menschen im Ruhestand können den BFD absolvieren und grundsätzlich jeder, der Lust hat Menschen zu begleiten, die Unterstützung benötigen.

Text: Olga Baranowska, Christine Allgeyer
Fotos: Olga Baranowska